Unsere Fälle

Seit 2015 ist die Bekämpfung von Schleuserkriminalität ein Schwerpunkt der europäischen Migrationspolitik. Aufgrund einer bewusst weit gefassten rechtlichen Definition sind es jedoch oft people on the move selbst, die dabei kriminalisiert werden.

In der EU und an ihren Außengrenzen sind aktuell tausende Menschen wegen „Schleusung“ oder „Beihilfe zur unerlaubten Einreise“ angeklagt und sitzen im Gefängnis.

Da es keine sicheren und legalen Alternativen gibt, ist die gefährliche Reise mit dem Boot oder dem Auto für viele schutzsuchende Menschen die einzige Möglichkeit, um in die EU zu gelangen. Dabei übernehmen oft einzelne Personen das Steuern des Bootes oder des Autos. Weil sie dazu gezwungen werden, weil sie sich die Fahrt anders nicht leisten könnten oder einfach nur, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen.

Obwohl es keine Beweise gibt, dass sie tatsächlich Schleuser sind, werden die Betroffenen meist schon direkt bei ihrer Ankunft verhaftet, des Schmuggels beschuldigt und lange Zeit ohne angemessenen Rechtsbeistand festgehalten. Die Gerichtsverfahren die folgen sind oft extrem kurz, unrechtmäßig und enden mit langen Gefängnisstrafen und Geldbußen.

Folgend die Geschichten einiger Beschuldigter, deren Fälle wir unterstützt und begleitet haben.

Bisherige Fälle:

Freiheit für Bada!

Griechenland, Krete.
Der 19-jährige Überlebende von Krieg, Zwangsarbeit und Menschenhandel wurde mit vorgehaltener Waffe gezwungen, das Boot zu steuern – nun droht ihm lebenslange Haft. Er wird am 01.09. vor Gericht stehen.

Freiheit für Garan!

Griechenland, Kreta.
Noch ein Kind, floh er aus dem Südsudan und Sudan und wurde mit vorgehaltener Waffe gezwungen, das Boot zu steuern – jetzt droht ihm in der EU eine lebenslange Haftstrafe. Am 01.09. wird er vor Gericht stehen.

Freiheit für Suleman

Griechenland, Krete.
Auf der Flucht vor dem Krieg im Sudan als Kind wird der 18-Jährige wegen Bootssteuerung angeklagt. Sein Prozess findet am 01.09.2025 statt.

#ALL EYES ON CRETE

Griechenland, Kreta.
Am 1. und 2. September sollen Dutzende junge sudanesische Männer und Jungen sowie Menschen anderer Nationalitäten in in Schmuggelfällen vor Gericht stehen.

Freispruch für Niom!

Griechenland, Kreta.
Endlich einmal entscheidet das Gericht auf Kreta: Als Asylsuchender darf Niom nicht für das Steuern des eigenen Bootes kriminalisiert werden!

„Deal“ mit der Staatsanwaltschaft für Abdulrahman, Samuel und seinen Mitangeklagten

Griechenland, Kreta.
Die lebenslangen Haftstrafen, denen alle drei ausgesetzt waren, konnten abgewendet werden — jedoch nur durch ein Schuldbekenntnis. Dies wirft ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Natur von „Deal“ mit der Staatsanwaltschaft auf.

Der 18-jährige Abdulrahman und ein weiterer sudanesischer Jugendlichen vor Gericht

Griechenland, Kreta.
Abdulrahman setzte sich für seinen Mitreisenden ein – dennoch wurden beide angeklagt. Ihre Geschichte zeigt eindrücklich die Absurdität dieser Kriminalisierung und zugleich die Solidarität der Betroffenen.

Der 18-jährige Ariad und der 19-jährige Chatiem wurden zu „nur“ 10 statt 300 Jahren verurteilt

Griechenland, Kreta.
Am 30. April 2025 fanden die Prozesse von Ariad & Chatiem statt. Ihnen drohten 355 bzw. 90 Jahre. So sieht ein rechtlicher ‚Erfolg‘ in einem zutiefst ungerechten System aus.

„Ich habe meine Heimat nicht verlassen, weil ich es wollte, sondern weil ich musste.“

Griechenland, Kreta.
Ariad war noch minderjährig, als er vor dem Krieg floh. Nun droht ihm lebenslange Haft, weil er auf dem Boot half.

19-jährigem Geflüchteten droht lebenslange Haft, weil er auf dem Boot Essen verteilte

Griechenland, Kreta
19-jährgem droht lebenslange Haft, weil er auf dem Boot Essen verteilte