Freiheit für Bada!

Der 19-jährige Überlebende von Krieg, Zwangsarbeit und Menschenhandel wurde mit vorgehaltener Waffe gezwungen, das Boot zu steuern – nun droht ihm lebenslange Haft.

Bada ist einer von vielen sudanesischen Jugendlichen, die eingesperrt sind und jahrzehntelange Haftstrafen befürchten müssen, nur weil sie das Boot gesteuert haben.

Noch ein Kind, verlor Bada im Krieg seine Eltern und floh mit seinen jüngeren Schwestern nach Ägypten, wo sie auf der Straße lebten.

Er zog weiter nach Libyen, wo er Zwangsarbeit und Menschenhandel überlebte und unter wirtschaftlichem Druck und physischer Bedrohung gezwungen wurde, das Boot nach Griechenland zu steuern.

Das Völkerrecht verbietet die Kriminalisierung von Menschen, die geschmuggelt wurden – insbesondere von Geflüchteten vor Krieg und Verfolgung.

Im Fall von Bada könnte er sogar als Opfer von Menschenhandel gelten, da er unter Zwang das Boot steuern musste.

Doch diese Realität wird in griechischen „Anti-Schmuggel“-Prozessen systematisch ignoriert. Durch die Strafverfolgung von ihm und anderen verstößt Griechenland klar gegen seine internationalen Verpflichtungen.

Bada möchte seine Geschichte mit dir teilen:

Ich habe 2023 mein Land wegen des Krieges verlassen. Nachdem wir unsere Eltern verloren hatten, flohen meine zwei Schwestern und ich nach Ägypten, aber das Leben dort war unerträglich — keine Arbeit, kein Essen, und ich schlief oft auf der Straße.

Verzweifelt ging ich nach Libyen, in der Hoffnung, mit Hilfe von Schmugglern nach Europa zu gelangen. In Libyen arbeitete ich als Hausangestellter, aber als ich gehen wollte, weigerten sie sich, mich zu bezahlen und ließen mich nicht frei, also floh ich. Ich wusste: Wenn sie mich fangen, würden sie mich töten.

Ein Schmuggler stimmte zu, mich für den halben Preis nach Europa zu bringen, aber nur unter einer Bedingung: Ich musste während der Überfahrt das GPS-Telefon halten. Ich akzeptierte, weil mir das Risiko, auf See zu sterben, besser erschien, als in Libyen zu sterben.

Vor der Abfahrt wurden ich und ein anderer Junge mit vorgehaltener Waffe gezwungen, das Boot zu steuern. Sie sagten uns, dass sie uns vor allen töten würden, wenn wir uns weigerten. (…)

Als wir schließlich das Ufer erreichten, dachte ich, all mein Leid sei endlich vorbei und ich könnte endlich für meine Schwestern sorgen. Aber der Traum hielt nicht einmal eine Stunde: Ich wurde von der Polizei verhaftet und ins Gefängnis gebracht.

Alles, was ich tat, war nur, um zu überleben — nicht, weil ich ein Verbrecher bin. Alles, was ich wollte, war ein sicherer Ort, an dem ich in Frieden schlafen kann. Ich bin kein Verbrecher. Ich bin ein Opfer des Krieges.“

Bada wird am 01.09. gemeinsam mit mindestens 15 weiteren sudanesischen Jungen vor Gericht stehen.

Wir fordern, dass alle Anklagen gegen Bada fallen gelassen werden!

Die Anti-Schmuggel-Gesetze müssen abgeschafft werden!